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Aufbruch ins Unbekannte

Nachricht 11. Januar 2011

Erster Kirchenkreistag der Fusion Hildesheimer Land-Alfeld / Bernd Leonhard zum Vorsitzenden gewählt

Hildesheim/Hameln-Pyrmont. Eine so lange Schlange am Empfangstisch hat es bei einem Kirchenkreistag wohl noch nicht gegeben. Aber kein Wunder: Es war ja auch die konstituierende Sitzung des höchsten Gremiums im neu fusionierten evangelischen Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld. Die Versammlung hat – zumindest in den beiden nächsten Jahren – die doppelte Mitgliederstärke, weil alle Delegierten aus den beiden Alt-Kirchenkreisen Hildesheimer Land und Alfeld darin vertreten sind.

Kein Wunder auch, dass Superintendent Christian Castel nach seiner Begrüßung schlicht vergaß, dem Protokoll zu genügen und die Beschlussfähigkeit zu prüfen: Fast 120 Ehrenamtliche und Pastoren füllten den Tagungssaal des Kirchenamtes in Hildesheim. Mehr als genug, um die erforderlichen Entscheidungen zu treffen.

Die Fusion der beiden Kirchenkreise wecke sicher sehr unterschiedliche Gefühle, sagte Christian Castel, bedeute sie doch einen „Aufbruch aus dem Gewohnten und Vertrauten ins Neue, Unbekannte“. Für das Zusammenwachsen sei eine positive Grundhaltung erforderlich, so der Superintendent. „Wir müssen auch einmal einen Scheck des Vertrauens ausstellen, ohne zu wissen, ob er gedeckt ist.“

Damit konnte man sogleich beginnen, denn es standen wichtige Weichenstellungen auf dem Programm. Die Delegierten wählten den 50-jährigen Wrisbergholzener Juristen Bernd Leonhard zum Vorsitzenden des Kirchenkreistages und den 62-jährigen Produktionsmanager Hermann Reinhold aus Nordstemmen zu seinem Stellvertreter. Beide sind schon seit ihrer Jugend als ehrenamtliche Mitarbeiter der evangelischen Kirche aktiv, beide auch in den Vorständen der bisherigen Kirchenkreistage, und beide waren in den zurückliegenden Jahren regelmäßig zu Gast bei den Sitzungen des jeweiligen Nachbar-Kirchenkreises und somit allen gut bekannt.

Anschließend wählte das Plenum Christian Castel ohne Gegenstimmen zum geschäftsführenden Superintendenten des neuen Kirchenkreises. Dieser stellt ein Novum in der evangelischen Landeskirche dar: Da ein großer Kirchenkreis mit den Eckpunkten Söhlde, Bockenem, Alfeld und Coppenbrügge zusammengefasst ist, werden zwei Superintendenten mit getrennten Aufsichtsbezirken für die Betreuung der Gemeinden zuständig sein. Die Stelle des Superintendenten in Alfeld ist zur Zeit unbesetzt, sie wird aber in Kürze neu ausgeschrieben.

Spannend wurde es noch einmal bei der Entscheidung, welche Fachausschüsse gegründet werden sollen. Der Vorschlag, den eine Arbeitsgruppe erwickelt hatte, sah eine Reduzierung der Ausschüsse vor, doch die Delegierten wollten es anders. Sie sprachen sich mehrheitlich dafür aus, acht Ausschüsse einzurichten: Bauausschuss, Finanz- und Planungsausschuss, Kindergartenausschuss, Diakonieausschuss, Bildungsausschuss, Kinder- und Jugendausschuss, Ausschuss für Gemeindearbeit und Ausschuss für Gebäudemanagement. Die nächste Sitzung am 1. März im Kirchenamt wird ein echter Wahlmarathon werden, weil dann alle Ausschussmitglieder zu bestimmen sind.