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Oberhirte auf Stippvisite

Nachricht 26. August 2012

Eckard Gorka schließt Besuch in Alfeld mit Gottesdienst ab / Neue Hospiz-Helferinnen gesegnet

Es war ein ganz besonderer Gottesdienst in der Alfelder St.-Nicolai-Kirche. Landessuperintendent Eckhard Gorka war zu Gast in der Leinestadt. Und außerdem wurden noch sieben Frauen für eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe gesegnet.

Die Gemeindemitglieder in Alfeld brauchten schon etwas Geduld. Gute anderthalb Stunden dauerte der Gottesdienst am vergangenen Sonntag. Aber es gab auch gute Gründe für die verhältnismäßig lange Feier. Insgesamt sieben neue Mitarbeiterinnen des Hospizvereins Leinebergland wurden im Rahmen des Gottesdienstes ganz offiziell beauftragt und für ihren Dienst gesegnet. Und außerdem hatte die Gemeinde „hohen Besuch“ bekommen, wie es Alfelds Superintendentin Katharina Henking ausdrückte: Eckhard Gorka, Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen, war nach Alfeld gekommen.

Der Besuch war Abschluss einer „Stippvisite“. Die letzte offizielle und nach dem Kirchenrecht vorgeschriebene Visitation des Landessuperintendenten in Alfeld war im Jahr 2004. Die nächste wäre eigentlich 2010 fällig gewesen. Doch in diesem Zeitraum wechselte der damalige Superintendent Klaus Grünwaldt gerade zum Landeskirchenamt. Außerdem stand die inzwischen vollzogene Fusion des Kirchenkreises Alfeld mit dem Kirchenkreis Hildesheimer Land an. „Da zu visitieren, wäre völlig unsinnig gewesen“, meinte Gorka.

Und so ließ er damals den offiziellen Besuch in der Leinestadt ausfallen und entschied sich nun für die „Stippvisite“. Die ist natürlich im Kirchenrecht gar nicht vorgesehen, wie Gorka schmunzelnd erklärte: „Das habe ich erfunden.“ Er habe das Landeskirchenamt in Kenntnis gesetzt und es sei keine Widerspruch gekommen, berichtete der Geistliche: „Das läuft.“

Obwohl es nur eine „Stippvisite“ war, absolvierte Gorka ein mehrtägiges umfangreiches Programm in Alfeld. Wie bei einer regulären Visitation standen zahlreiche Besichtigungen und Gesprächstermine auf dem Programm. Unter anderem traf sich der Landessuperintendent mit kirchlichen Gremien und diakonische Einrichtungen, besuchte aber auch Bürgermeister Bernd Beushausen als Vertreter des städtischen Patronats für die Nicolai-Kirche.

Dabei sei es nicht darum gegangen, das „Haar in der Suppe“ zu finden, erklärte Gorka. Grundsätzlich ist der Landessuperintendent nämlich zufrieden mit der Arbeit im Amtsbereich Alfeld des neuen großen Kirchenkreises. „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Verantwortlichen in den Gremien gut aufgestellt sind und dass sie den Eindruck vermittelt haben, stark zu sein für Herausforderungen, die wir noch gar nicht kennen“, sagte Gorka: „Das sind starke Leute, die sich nicht so leicht bange machen lassen.“

Thema des Besuchs war auch die neue Struktur des Kirchenkreises. Gleich zwei SuperintendentInnen sind für den fusionierten Großkreis zuständig – Katharina Henking für den Amtsbezirk Alfeld und Christian Castel für den Bereich des bisherigen Kirchenkreises Hildesheimer Land. Eine Konstruktion, die nach Angaben von Gorka „landesweit einmalig“ ist: „Die Doppelspitze und die Gremien müssen die Idee mit Leben füllen.“ Lob gab es von Gorka für die Alfelder Superintendentin, die erst seit wenigen Monaten im Amt ist: „Ich staune, wie gut Frau Superintendentin Henking in der kurzen Zeit ihren Amtsbezirk erkundet und erschlossen hat und schon kennt.“

Neben dem Abschluss des Gorka-Besuchs stand im Gottesdienst die Beauftragung von sieben neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Hospizvereins im Vordergrund. Sie haben eine neunmonatige Ausbildung absolviert, bei der nicht nur das theoretische Rüstzeug für die Arbeit mit sterbenskranken PatientInnen vermittelt wurde. Auch praktische Einheiten in Altenheimen standen auf dem Programm.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurden die neuen Helferinnen offiziell beauftragt und erhielten auch den Segen für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. Für Superintendentin Henking ist dieser Segen für die Freiwilligen besonders wichtig: „Wer begleiten will, muss selbst begleitet sein. Wer halten will, muss selbst gehalten sein.“