Unbürokratisch, anonym: Hilfe für Kinder

Nachricht Elze, 18. März 2013

Evangelischer Gemeindeverband Elze-Eime unterstützt SchulstarterInnen aus finanzschwachen Familien

Elze-Eime. Wer helfen möchte, braucht nicht immer groß angelegte Kampagnen. Oft reicht schon das Engagement in der unmittelbaren Nachbarschaft. So jedenfalls halten es der evangelische Gemeindeverband Elze-Eime und das Diakonische Werk: Sie sammeln auch in diesem Jahr wieder Spenden, um ErstklässlerInnen aus finanzschwachen Familien beim Schulstart zu unterstützen – und ebenso Kinder, die auf eine weiterführende Schule wechseln. „Lisa und Jan – Gemeinsam gegen Kinderarmut“ ist der Titel des Projekts.

In den Jahren 2008 und 2010 hat die Landeskirche jeweils große „Lisa“-Initiativen gestartet, um erst SchulstarterInnen und dann Kindern in Kitas bessere Chancen zu eröffnen. Neben der konkreten Hilfe ging es auch darum, den Blick der Öffentlichkeit auf ein unterschätztes Problem zu lenken: Auch in einem reichen Land wie Deutschland lebt durchschnittlich jedes sechste Kind unter der Armutsgrenze.

Das so genannte „Bildungspaket“ der Bundesregierung für Hartz IV- und WohngeldempfängerInnen, ein jährlicher Zuschuss von 100 Euro, liegt weit unter dem tatsächlichen Bedarf von rund 450 Euro, den das Diakonische Werk des Kirchenkreisverbands Hildesheim im vorigen Jahr ermittelt hatte. Die Hilfsaktion auf Verbandsebene im Jahr 2012 setzen nun einige Gemeinden in eigener Regie fort: Kinder aus armen Familien erhalten zusätzlich Gutscheine in Höhe von 100 Euro, um Schulmaterial anschaffen zu können. Die Gemeinden in Bockenem wird eine ähnliche Initiative starten.

Gisela Sowa vom Diakonischen Werk, Pastor Thomas Guddat und Katharina Körbes, die im Gemeindeverband Elze-Eime als Ehrenamtliche die Federführung des Projekts hat, begrüßten jetzt im Peter- und Paul-Gemeindehaus LeiterInnen von Kindertagesstätten und Schulen, um über „Lisa und Jan“ zu informieren. Denn die Hilfe soll völlig unbürokratisch vonstatten gehen: Die LeiterInnen der Kitas und Schulen sprechen Eltern an, von denen sie vermuten, dass sie die Finanzspritze gut gebrauchen könnten. Wer zustimmt, bekommt vor den Sommerferien einen Einkaufsgutschein. „Es ist nicht von Hartz IV abhängig“, stellte Gisela Sowa klar.

„Auf gar keinen Fall werden Namen weiter gegeben“, betonte Katharina Körbes bei dem Informationsabend. Die Aktion sei streng vertraulich, die Gutscheine würden unter vier Augen übergeben – in der Regel direkt von den ErzieherInnen oder SchulleiterInnen, die die Eltern vorher angesprochen haben. „Wir sind über das Projekt sehr froh, gerade weil es anonym ist“, sagte auch Stefan Scherer vom Kirchenvorstand. So erhöhe sich Chance, dass das Geld wirklich bei denen ankomme, die es brauchen.

Im vorigen Jahr habe das Diakonische Werk im Gebiet des Kirchenkreisverbands zwischen Sarstedt, Bockenem, Alfeld und Coppenbrügge insgesamt 336 Gutscheine à 100 Euro verteilt, berichtete Gisela Sowa. Darunter befanden sich 21 Kinder aus dem Gemeindeverband Elze-Eime. Jetzt gehe es zunächst darum, den Bedarf für dieses Jahr zu klären. Dann sollen Spenden aus Stiftungen, Unternehmen und Kirchengemeinden gesammelt werden, erklärte Katharina Körbes. Daran, dass die Menschen in Elze und Eime genug geben, um alle hilfsbedürftigen Familien mit einem Schulstarter-Gutschein unterstützen zu können, hat sie keinen Zweifel.