Offene Worte unter Geschwistern

Nachricht Holle, 22. September 2013

Visitation von Superintendentin Katharina Henking in der Region Holle

Holle. Ein vielfältiges Gemeindeleben hat Superintendentin Katharina Henking bei ihrer Visitation der Kirchenregion Holle kennen gelernt: „Da ist Leben drin, und das darf nicht aufhören.“ Dass es bei diesem geschwisterlichen Besuch auch offene Worte gab, mit denen Menschen ihrem Ärger Luft machten, das sei ja unter Geschwistern ganz normal, müsse eine Superintendentin aushalten, sagte Katharina Henking beim Festgottesdienst in der St.-Martin-Kirche in Holle. Brüder und Schwestern durch Jesus Christus zu sein, das hieße ja nicht, immer alles und jeden nett zu finden, aber respektvoll und achtsam miteinander umzugehen und sich immer wieder zusammenzuraufen.
Ihr Besuch in der Region Holle fällt zeitlich zusammen mit einem Pastorenwechsel im Pfarrbezirk zwei, der Hackenstedt-Sottrum, Sillium und Heersum mit Astenbeck umfasst: Pastorin Mingo Albrecht und Pastor Matthias Spiegel-Albrecht werden nächsten Sonntag nach 17 Jahren aus der Gemeinde verabschiedet. Bald darauf wird ihre Nachfolgerin, die junge Pastorin Hanna Wagner in das Amt eingeführt.
Anlass für den Wechsel ist eine Reduzierung der Stelle: Während das Ehepaar Albrecht und Spiegel-Albrecht gemeinsam eine volle Pastorenstelle innehatte, wird diesem Pfarrbezirk stellenplanerisch nur noch eine halbe Pfarrstelle zugerechnet, die allerdings für die nächsten drei Jahre von der Landeskirche auf eine Dreiviertelstelle aufgestockt wird, um den Übergang etwas zu erleichtern.
Die Entscheidung, die der Kirchenkreis Hildesheimer-Land Alfeld unter dem Druck der Sparvorgaben der Landeskirche getroffen hat, werde verständlicherweise in der Gemeinde vielfach nicht akzeptiert, weiß die Superintendentin. Im Pfarrbezirk eins, dem Holle-Grasdorf mit Derneburg und Luttrum angehören, hat weiterhin Pastor Peter Michael Wiegandt eine volle Pfarrstelle inne.
Während ihrer einwöchigen Visitation hat die Superintendentin die Einrichtungen und Angebote der Gemeinde kennen gelernt. Ihr erster Eindruck von der Umgebung sei gewesen: „Hier müsste man Urlaub machen und wandern“, sagte Superintendentin Henking. Sie sei durch die zahlreichen Kirchen geführt worden von Menschen, die ihre Kirchen lieben, habe in der Kirche in Sillium sogar Erbsensuppe bekommen. Sie traf bei einem Mitarbeiterabend mit den vielfach engagierten Ehrenamtlichen zusammen und freute sich über den Erfolg der Kinderkirche:
Die fünf- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen treffen sich einmal in der Woche in Hackenstedt. Obwohl sie aus vielen Ortschaften zusammenkommen müssen, sei die Beteiligung hier und beim jährlichen Krippenspiel in der Astenbecker Scheune sehr groß, berichtet Claudia Gusske, die ehrenamtlich die Kinderkirche betreut. Am Festgottesdienst in Holle nahmen auffallend viele Jugendliche teil.
Zwischen zwei Visitationen liegen üblicherweise sechs Jahre. In diesem Fall waren ausnahmsweise sieben daraus geworden, da zwischenzeitlich die Kirchenkreise Hildesheimer Land und Alfeld fusionierten und Holle nun nicht mehr dem Amtsbezirk Elze, sondern dem Bezirk Alfeld angehört.