Die alte Königin kann wieder durchatmen

Nachricht Hoyershausen, 30. Mai 2015

Superintendentin Katharina Henking weiht in der Kirchengemeinde Hoyershausen die renovierte Philipp-Furtwängler-Orgel

Hoyershausen. Sie kann wieder richtig durchatmen, die Philipp-Furtwängler-Orgel in der St.-Marien- und Lambertikirche in Hoyershausen. Und nicht nur das: „Ihre Orgel kann sausen und brausen, pfeifen und tanzen“, gratulierte Superintendentin Katharina Henking der Gemeinde beim Festgottesdienst zur Orgelweihe. Repariert und saniert, befreit von Schmutz und Zinkpest war die Orgel nach einem Jahr der Restaurierung gerade erstmals wieder in der Kirche erklungen.

„Was wäre ein Gottesdienst ohne die Lieder“, sagte die Superintendentin in ihrer Festpredigt, „der Heilige Geist weht ganz besonders gern durch die Musik.“ Allerdings könne die Orgel den Gesang der Gemeinde auch nur begleiten, wenn diese Gemeinde zum Gottesdienst komme: „So eine Orgel hat auch Aufforderungscharakter, so Katharina Henking.

Als Königin der Instrumente koste eine Orgel auch viel Geld, sagte Pastor Steffen Voß. Er dankte allen kirchlichen Institutionen, Stiftungen, Geldinstituten und privaten Spendern, die dazu beigetragen hatten, die Restaurierung der denkmalgeschützten frühromantischen Orgel von 1851 zu finanzieren. Aber auch allen Beteiligten, die mit engagiertem Einsatz darauf hingearbeitet hatten. Vor allem Kantorin Gudrun Bosman habe sich als treibende Kraft gezeigt. „Sie versteht zu begeistern“, sagte auch Superintendentin Henking über die Kirchenmusikerin. Unter anderem mit Benefizkonzerten hatte die Gemeinde für die Sanierung der Philipp-Furtwängler-Orgel gesammelt. Gudrun Bosman erhielt im Gottesdienst auch eine Urkunde und Gratulation für 30 Jahre im Dienst der Kirchengemeinde Hoyershausen. „Ich arbeite unheimlich gerne hier“, sagte sie dazu.

Dass die Instandsetzung des Instrumentes durch die Firma e.hammer aus Hannover vollauf gelungen sei, bestätigte die Orgelrevisorin Dorothea Peppler: „Die alte Dame hat eine prima Reha gehabt.“ Davon konnte sich die Festgemeinde selbst überzeugen, Organist Lars Schwarze ließ das Instrument in seiner wieder erlangten Klangvielfalt von leisen Tönen bis zum kraftvollen Dröhnen erklingen. Musikalisch bereichert wurde der Gottesdienst außerdem vom Singkreis Hoyershausen unter der Leitung von Gudrun Bosman.

Zu den Spendern und Stiftern, die in der Kirche ein Grußwort sprachen, gehörte als der am weitesten angereiste auch Dr. Karl Schneider. Er ist in Hoyershausen aufgewachsen, lebt heute in Mannheim und sprach für die Stiftung „Christuskirche – Kirche Christi“: Er erinnere sich noch an die Zeit, als beim Orgelspiel die Bälge getreten werden mussten, erzählte Dr. Schneider. Das habe er als Kind selbst getan: „Wir Jungen mussten das zu dritt machen, um das nötige Gewicht zusammenzubringen.“

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Festgäste die Orgel besichtigen und kamen bei einem Empfang vor der Kirche miteinander ins Gespräch.

Bilder:

Pastor Steffen Voß und Superintendentin Katharina Henking bei der Weihe der renovierten Philipp-Furtwängler-Orgel.

Organist Lars Schwarze ließ das gerade eingeweihte Instrument wieder erklingen. Bei einigen Stücken assistierte ihm Ariane Giesecke an den Registern.

Der Singkreis Hoyershausen unter der Leitung von Gudrun Bosman bereicherte musikalisch den Festgottesdienst.

Superintendentin Katharina Henking hielt die Festpredigt.