Arbeiten mit der Generation der Zukunft

Nachricht Lamspringe, 23. Oktober 2018

Landessuperintendent Eckhard Gorka im Gespräch mit Kita-Leitungen

Gorka trifft Kita-Leitungen
Foto: Barth

Lamspringe. Sie arbeiten täglich mit der kommenden Generation: Die Mitarbeitenden in den Kindergärten kennen die Mädchen und Jungen, die in Zukunft die Gesellschaft prägen werden. „Was kommt da auf uns zu?“ fragte daher Landessuperintendent Eckhard Gorka, der im Rahmen einer Visitation des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld zu einem Gespräch mit den Kindergarten-Leitungen im Luther-Haus in Lamspringe zusammentraf.

Die meisten der 26 evangelischen Kitas im Kirchenkreis – 23 davon befinden sich in Kirchenkreis-Trägerschaft, drei in der Trägerschaft einer Kirchengemeinde - waren in der Runde vertreten: von der Krippe mit 13 Kindern bis hin zur mehrgruppigen Tagesstätte mit über 100 Plätzen. Die pädagogischen Mitarbeitenden seien zunehmend nicht nur zur Begleitung der Kinder sondern auch der Eltern gefordert, berichteten Leiter und  Leiterinnen. Mit ihrer zum Teil jahrzehntelangen Erfahrung beobachteten sie mehr soziale Armut und zerbrechende Familien auch in den ländlichen Ortschaften. „Wir müssen eine Konstante bieten“, sagte Andrea Schreiber aus Coppenbrügge, „den Kindern zeigen, du bist gewollt und geliebt, wie du bist.“ Das sei in einem evangelischen Kindergarten wichtiger als „hochtrabende Projekte“.

Die herzliche Atmosphäre, die Liebe zu den Kindern und gute Zusammenarbeit im Team, das gebe oft den Ausschlag für die Entscheidung der Eltern für den kirchlichen Kindergarten, meinten die Erzieherinnen. Der religionspädagogische Hintergrund werde oft begrüßt,  häufig seien aber auch die Räume und Angebote ausschlaggebend für die Wahl der Eltern. Ausgebucht sind die Kita-Plätze alle, vor allem bei Krippenplätzen und der Ganztagsbetreuung steige die Nachfrage stetig und könne nicht immer gedeckt werden, berichteten die Leitungen.

In der Konkurrenz um Mitarbeitende für ihre Kindertagesstätten hätten die evangelischen Kitas gute Voraussetzungen, meinten die Anwesenden. Denn hier stehe die Arbeit mit den Kindern im Vordergrund, werde den Erzieherinnen nicht durch den Zwang lückenloser Dokumentation die Zeit für die Kinder geraubt. Außerdem würden die Mitarbeitenden gefördert.

Wer sich einmal auf die Arbeit auf dem Land eingelassen habe, bleibe meist auch, erklärte Dagmar Habenicht aus Lamspringe. Das sei der Pädagogischen Leitung im Kirchenkreis, Sabine Schommartz, aber auch der betriebswirtschaftlichen Leitung, Cordula Stepper, zu verdanken. Nachwuchs wäre allerdings leichter zu finden, wenn die Erzieherinnen-Ausbildung endlich vergütet würde, meinte Andrea Schreiber. Sie wisse aus Gesprächen, dass junge Menschen sich manchmal allein aus finanziellen Gründen für einen anderen Beruf entschieden.

Landessuperintendent Eckhard Gorka dankte den Kita-Leitungen und konnte ihnen versichern, dass die zuverlässige Arbeit der evangelischen Kitas auch von den politischen Kommunen sehr geschätzt werde. Auch Katharina Henking, als Superintendentin für die Trägerschaft im Kirchenkreis zuständig, dankte den Leitungen und ihren Mitarbeitenden, die oft mit viel Improvisationstalent Schwierigkeiten im Alltag umschiffen.  Wiebke Barth