Pastorin Alexandra Pook wird am 17. Mai in Heinde ins Amt eingeführt

Nachricht Heinde, 12. Mai 2026

Heinde – Wenn Pastorin Alexandra Pook auf dem Balkon des Heinder Pfarrhauses steht, blickt sie auf eine Idylle: Ziegen und Schafe grasen wie auf einer Almwiese, auf der Anhöhe darüber steht die Kirche des Ortes. Das Pfarrhaus liegt ruhig zwischen alten Bäumen, der Blick fällt direkt auf den Kirchturm und das Naturschutzgebiet dahinter. „An so einem schönen Ort arbeitet man gerne“, sagt die 54-Jährige.

Erst seit wenigen Wochen lebt sie mit ihrem Mann, einer Katze und einer Steppenschildkröte hier. Kartons stehen noch in den Räumen, in dem heute die Pfarrwohnung untergebracht ist. Doch angekommen ist sie trotzdem schon. Zum 1. Mai hat Pastorin Pook ihre halbe Pfarrstelle übernommen. Mit der anderen Hälfte ihrer Arbeitszeit ist sie als geistliche Begleiterin der Klöster und Stifte im Verwaltungsbereich der Klosterkammer Hannover tätig. Eine Aufgabe, die gut zu ihrem Weg passt – und zu ihrem Verständnis von Kirche.

Beruflich hat Pastorin Pook vielfältige Erfahrungen gesammelt: Aufgewachsen in Minden, studierte sie zunächst katholische Theologie in Münster und Kulturwissenschaften in Hildesheim. Eigentlich wollte sie Pastoralreferentin werden oder in die Bildungsarbeit gehen. Doch ihr Weg verlief anders.

Statt einer „klassischen“ Kirchenkarriere unterrichtete Pook zunächst Gesang, leitete Chöre, arbeitete in der Erwachsenenbildung. Sie gestaltete Besinnungstage und Exerzitien in Klöstern. Lange Zeit lebten sie und ihr Mann im Rheinland. In Köln absolvierte sie auch ihr Vikariat.

Seit 2009 begleitet sie Exerzitien ausdrücklich auch für Kirchenferne, Zweifelnde und Suchende. Menschen, die mit Kirche fremdeln, aber dennoch nach Spiritualität suchen. „Mich fasziniert diese Übersetzungsarbeit“, sagt sie. Meditation, Schweigen, Körperwahrnehmung oder die Struktur eines Klostertages könnten Menschen berühren, auch ohne klassischen Glaubenszugang. „Ich möchte Brücken bauen“, betont Pastorin Pook.

Im Herbst 2024 wechselte sie schließlich beruflich nach Hannover. Dass sie nun ausgerechnet in Heinde gelandet ist, war zunächst gar nicht geplant. Vor Jahren hatte sie bereits Kontakt zur dortigen Patronatsfamilie gehabt. Als die Stelle frei wurde, rief Maria Gräfin von Kielmansegg persönlich an und fragte nach ihrem Interesse. Pook lehnte zunächst ab. Damals kümmerte sie sich noch um ihren Vater in Minden.

Doch der Gedanke blieb. „Im letzten Urlaub haben wir gesagt: Heinde ist so schön.“ Sie und ihr Mann wollten raus aus dem ständigen Pendeln und den „Schlafstätten“, hinein in ein Dorfleben mit echten Beziehungen.

Genau darauf freut sie sich jetzt. Auf Gottesdienste mit allen Generationen. Auf Begegnungen im Ort. Auf das Maibaumaufstellen, bei dem ihr Mann bereits mit dem Posaunenchor mitspielte. „Einfach mitmachen und Teil der Dorfgemeinschaft werden.“ Die schöne Natur rund um Heinde sei für sie ein wichtiger Inspirationsort, sagt die Pastorin, die Musik, Pferde, Wandern und Fahrradfahren zu ihren Hobbys zählt.

Ihr Amtszimmer mit einer Wand in warmen Farben und gemütlichen Sesseln spiegelt ihre Haltung wider. Es wirkt eher wie ein ruhiger Gesprächsraum als ein Büro. Hier führt sie Seelsorgegespräche, begleitet Menschen geistlich, öffnet Räume zum Zuhören. Ihre Einführung durch Superintendent André Dittmann am kommenden Sonntag, 17. Mai, um 14 Uhr steht unter dem Vers: „Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz.“ Für Pastorin Pook ist das mehr als ein Bibelwort. Vielleicht passt sie genau deshalb so gut nach Heinde – an diesen stillen Ort mit warmherzigen Menschen zwischen Kirche, Weiden und Ziegen.