Abschlussgottesdienst mit Konzert des Projektchors in der Kirche in Graste

Nachricht Graste, 23. Februar 2026

Wenn Lieder das Herz öffnen

Graste – „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben sich heute einen der schönsten Gottesdienste ausgesucht“, sagte Pastor Stephan Gensicke zu den Gästen des Abschlussgottesdienstes des Projektchors in der Kirche in Graste. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Musik: Drei Tage lang hatten die 40 Sängerinnen und Sänger Lieder aus dem Buch „Freitöne“ sowie Stücke aus dem in Erprobung befindlichen neuen evangelischen Gesangbuch einstudiert. Der Projektchor, der in der Region seit mehreren Jahren Tradition hat, wurde diesmal erstmals von den beiden Kantorin Hanna Jursch und Kantor Tobias Langwisch gemeinsam geleitet.

Pastor Gensicke stellte in seiner Predigt die verbindende Kraft der Musik heraus. Lieder seien mehr als bloße Texte: „Musik öffnet das Herz.“ Er berichtete von seinen Erfahrungen bei drei Reisen nach Afrika, wo er Gottesdienste mit Zulus erlebt habe. Obwohl die Mitreisenden die Sprache nicht verstanden, habe die Musik die Stimmung unmittelbar übertragen – über dreieinhalb Stunden hinweg. „Es gibt Dinge, die müssen wir erklären, aber auch Dinge, die man singen muss“, so Gensicke. „Lieder öffnen unser Herz. Ein Lied kann tragen, die Musik verbindet uns und verbindet uns mit Gott.“

Mit Blick auf eine Welt im Wandel sprach der Pastor von „bewegten Zeiten“, in denen Sicherheiten zerbrechen und vieles ins Rutschen gerate. Er zeichnete das Bild eines Schiffes, das einen Anker brauche, um Halt zu finden. „Was bleibt, wenn alles ins Rutschen kommt?“ Seine Antwort: Jesus Christus als fester Grund und Anker. Auch Lieder könnten zu einem solchen inneren Festmachen beitragen. Vieles lasse sich schließlich durch Musik besser transportieren als durch Worte allein.

Nach einem gelungenen Konzert dankte Gensicke ausdrücklich dem Projektchor und „vor allem unseren beiden Kantor:innen“ für ihr Engagement. 40 Sängerinnen und Sänger hätten ein ganzes Wochenende investiert, um diesen besonderen Gottesdienst vorzubereiten, so Gensicke.

Ein besonderer Moment war das Solo von Popkantorin Hanna Jursch, die das Lied „Wo die Sonne aufgeht“ interpretierte. Beim kraftvollen Schlusslied „Justificatio sola fide“ sang die gesamte Gemeinde lautstark mit – ein musikalischer Höhepunkt und zugleich emotionaler Abschluss.

Popkantorin Jursch zeigte sich erfreut über die Resonanz: Die modernen Lieder, darunter englische Hymnen wie „Jesus my Saviour“, kämen sehr gut an. Viele der Sängerinnen und Sänger seien schon länger dabei, einige neue Stimmen seien hinzugekommen. Der Chor sei bunt gemischt – Jung und Alt, Männer und Frauen. „Die Gemeinde ist sehr offen und einladend. Wer mitmachen möchte, kann mitsingen“, betonte sie.

Thomas Schlenz