Heinde – In einem festlichen Gottesdienst ist Pastorin Alexandra Pook in ihr Amt in Heinde eingeführt worden. Patronin Maria Gräfin von Kielmannsegg eröffnete mit einer Anspielung auf die Papstwahl: „Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus pastoram“ – „Ich verkünde Euch große Freude, wir haben eine Pastorin.“ Damit brachte sie die Freude über das Ende der zweijährigen Vakanzzeit zum Ausdruck. Zugleich dankte sie dem Kirchenvorstand, Vakanzvertreter Pastor Peter Dortmund sowie den zahlreichen Ehrenamtlichen, die in dieser Zeit für ein lebendiges Gemeindeleben gesorgt hatten. Mit Alexandra Pook gewinne das Innerstetal eine erfahrene Pastorin.
Superintendent André Dittmann griff in seiner Ansprache den Vers auf, den Pastorin Pook für ihre Einführung gewählt hatte: „Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz.“ Er hob hervor, wie wichtig gerade in einer lauten Zeit die Fähigkeit sei, wirklich zuzuhören: „Nicht sendend. Nicht vereinnahmend. Hörend.“ Ein hörendes Herz bedeute, den anderen mit Aufmerksamkeit und Behutsamkeit wahrzunehmen.
Der Superintendent würdigte Pastorin Pooks Erfahrungen: Sie bringe eine offene Spiritualität, ökumenische Erfahrungen und große musikalische Begabung mit in die Gemeinde. Zugleich erinnerte er daran, dass Pook mit einer halben Stelle in der Kirchengemeinde tätig sein werde. Daneben ist Pook mit der anderen halben Stelle in der Evangelischen Agentur in der Begleitung der Klöster und Stifte auf dem Gebiet der Landeskirche tätig. Umso wichtiger sei ein achtsames Miteinander zwischen Pastorin, Kirchenvorstand und Gemeinde, so Superintendent Dittmann.
In ihrer Predigt griff Alexandra Pook Worte Jesu aus dem Johannesevangelium auf: „Es ist gut für Euch, dass ich weggehe.“ Die Jünger mussten lernen, ohne die unmittelbare Nähe Jesu erwachsen zu werden. Der Geist Gottes öffne die Augen für die Wirklichkeit der Welt – und auch für das, was die Bibel „Sünde“ nennt. Pook deutete den Begriff als „Getrenntsein“: Menschen kapselten sich aus Angst voneinander ab, verlören Beziehungen untereinander und auch zur Natur. Gerade in einer Zeit vielfältiger Krisen sei es daher wichtig, wieder Verbindung zu suchen. Anschaulich zog Pook auch ein Bild der Autorin Monika Renz heran, und verglich den Geist Gottes mit dem Internet. Man könne ihn nicht sehen, aber sich „anschließen“. Das menschliche Herz sei wie ein Router: „Wir müssen einschalten, sonst haben wir kein Netz.“ Ziel sei es, verbunden zu bleiben mit Gott und miteinander, um Hoffnung in einer zerrissenen Welt neu möglich zu machen.
Pastor Peter Dortmund dankte den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern während der Vakanzzeit. Stellvertretend nannte er Peter Michael Wiegand, Anne und Wilhelm Wippermann, Karl-Heinz Klages sowie Pfarramtssekretärin Annette Überall. Für den Kirchenvorstand dankte Wilhelm Wippermann wiederum Pastor Dortmund für dessen engagierte Vakanzvertretung. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Bläserchor Heinde unter Leitung von Karl-Heinz Klages, der gemischte Chor Heinde unter Leitung von Inna Wagner sowie Inna Wagner an der Orgel. Die Lesung übernahm Uwe Hennies. Diakonin Anne Wippermann und Emely von Plettenberg wirkten als Assistierende der Einführung mit.