Elze/Kirchenkreis – Das war ein Auftakt nach Maß: Zum Start in die neue Gottesdienstreihe „Herztöne“ mit Superintendentin Franziska Albrecht und Pop-Kantorin Hanna Jursch waren alle Plätze im Elzer Gemeindehaus besetzt. Die Teilnehmenden erwartete ein moderner Gottesdienst, frisch, dynamisch mit vielen Liedern, die zum Mitsingen einluden und weiteren interaktiven Elementen. Im Mittelpunkt stand das Thema „Mut“.
Superintendentin Albrecht stellte die verschiedenen Facetten, die Mut bedeuten kann, vor: Mut sei nicht nur laut und spektakulär, sagte sie, wenn Menschen Geschichte verändern. Oft beginne er leise, etwa wenn jemand trotz Angst den nächsten Schritt wagt. Dabei ging Superintendentin Albrecht auf ihre eigene Erfahrung des Aufwachsens in der ehemaligen DDR ein. Sie zeigte auf, was der Mut des Einzelnen bewirken kann. In diesem Kontext erinnerte sie an die Montagsdemonstrationen in vielen ostdeutschen Städten, an die Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking 1989 und an den Theologen Dietrich Bonhoeffer, der standhaft gegen die Nationalsozialisten geblieben war. „Mut verändert unsere Geschichte. Doch meistens beginnt Mut ganz klein. Vielleicht genau hier. Vielleicht genau heute. Vielleicht bei dir“, sagte Superintendentin Albrecht.
Zusammen mit Pop-Kantorin Hanna Jursch führte Superintendentin Albrecht anhand von bekannten Popsongs wie „Titanium“ (David Guetta) oder dem Kirchentagslied „Mutig, stark, beherzt“, durch unterschiedliche Facetten des Mutes: das innere Ringen eines Menschen, den Wunsch nach Schutz vor Verletzungen, aber auch die Kraft, die aus Gemeinschaft entstehen kann.
Christlicher Mut bedeute nicht, keine Angst zu haben. Mut wachse aus dem Vertrauen, dass Gott den Menschen trägt – und daraus entstehe die Kraft, für andere einzustehen und wach zu bleiben für Ungerechtigkeit in der Welt. „Wenn Menschen wegen ihrer Herkunft angegriffen werden. Wenn Lebensentwürfe in Frage gestellt werden. Wenn Angst wieder politisch benutzt wird. Dann braucht diese Welt Menschen, die wach bleiben“, betonte Superintendentin Albrecht mit Blick auf aktuelle Gefährdungen der Demokratie. Hierzu fügte sich sehr gut der Song „Wir müssen wach sein!“ von Milva aus dem Jahr 1979 ein.
Alle Teilnehmenden bekamen im Gottesdienst einen kleinen Klappspiegel geschenkt, auf dem jeweils mutmachende Worte aus der Bibel standen. Auf einem Zettel konnten sie außerdem Bereiche aus dem Alltag notieren, für die sie sich jeweils Mut wünschen. So wurden die Teilnehmenden, die bei den von Hanna Jursch stimmgewaltig vorgetragenen Liedern begeistert mitsangen, zusätzlich aktiviert.
In der Reihe „Herztöne“ folgen weitere Gottesdienste: Um das Thema „Angst“ geht es am Sonntag, 12. April, in Freden. Weiter geht es mit „Liebe“ am Sonntag, 21. Juni, in Föhrste, gefolgt von „Trauer“ am Sonntag, 23. August, in Coppenbrügge. Zum Abschluss findet am Sonntag, 27. September, in Bockenem ein Gottesdienst statt, bei dem „Hoffnung“ im Mittelpunkt stehen wird. Kirchenkreis und die beteiligten Kirchengemeinden freuen sich auch an diesen Orten jeweils über zahlreiche Besucher:innen.
Von Thomas Schlenz