Alfeld – Bei Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen ließen es sich am vergangenen Sonntag zahlreiche Besucher:innen nicht nehmen, in die kühlen Hallen der Alfelder St.-Nicolai-Kirche zu kommen, um dem „Klang der Kathedralen“ zu lauschen und das diesjährige Sommerkonzert der Kirchenkreiskantorei zu erleben.
Im Mittelpunkt des klangvollen Programms stand die monumentale „Messe Solennelle“ von Louis Vierne (1870–1937), die der Chor unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Tobias Langwisch eindrucksvoll präsentierte. Gemeinsam mit Landeskirchenmusikdirektor Benjamin Dippel an der Orgel entwickelte sich ein facettenreicher Dialog zwischen Chor und Instrument. Mit fein abgestimmter Registratur und ausdrucksvollem Spiel setzte die Orgel wirkungsvolle Akzente und ließ die besondere Akustik des Kirchenraums zur Geltung kommen. Die Atmosphäre erinnerte dabei an die großen Kathedralen Europas, etwa Saint-Sulpice in Paris oder die Westminster Abbey in London, wo einige der Werke uraufgeführt worden sind.
Eingerahmt wurde Viernes Hauptwerk von Klassikern der angelsächsischen Chortradition aus der Feder von Charles Hubert Hastings Parry (1848–1918) und Samuel Sebastian Wesley (1810–1876). Dabei überzeugten die Sänger:innen mit einem ausgewogenen Chorklang, getragen von einem sicheren Bassfundament und engagierten Soprani. Auch das sichtbar gut koordinierte Zusammenspiel zwischen Orgelempore und Dirigent prägte die Aufführung.
Zum Abschluss erklang mit Parrys „Jerusalem“ ein Klassiker, der vielen aus der traditionsreichen „Last Night of the Proms“ in der Londoner Royal Albert Hall bekannt sein dürfte. Nachdem der letzte Ton verklungen war und ein kurzer Moment der Stille den Raum erfüllte, dankte das Publikum mit langanhaltendem Applaus. Als Zugabe stimmten die Mitwirkenden daraufhin ein weiteres Mal „Jerusalem“ an.
Wer das Konzertprogramm „Klang der Kathedralen“ noch erleben oder erneut hören möchte, hat dazu am Sonntag, 28. Juni, um 18 Uhr in der St.-Pankratius-Kirche in Bockenem Gelegenheit. Dort wiederholen die Kirchenkreiskantorei unter der Leitung von Tobias Langwisch und Organist Benjamin Dippel das Programm mit Werken von Louis Vierne, Charles Hubert Hastings Parry und Samuel Sebastian Wesley. Der Eintritt ist frei.