Menschen im Kirchenkreis: Gemeindesekretär Peter Seip

Nachricht Grünenplan, 30. Juli 2026

Grünenplan - Wer im Grünenplaner Pfarrbüro anruft, landet oft zuerst bei Peter Seip. Mal geht es um eine Taufe, mal um eine Jubiläumskonfirmation und manchmal erzählt jemand einfach eine halbe Stunde lang seine Lebensgeschichte. „Ich bin der erste Ansprechpartner für die Menschen“, sagt der 59-Jährige. Das mache für ihn den Reiz seines Berufs aus.

Seit Ende 2022 arbeitet Peter Seip als Gemeindesekretär in Grünenplan. Zweimal pro Woche ist er für insgesamt 10,5 Stunden im Pfarrbüro. Davor war er bereits neun Jahre lang Gemeindesekretär in Duingen und Coppengrave. Obwohl die Stelle in Teilzeit ausgeübt wird, ist sie alles andere als eintönig.

„Wenn ich den ganzen Tag nur Ablage machen müsste, wäre das nichts für mich“, sagt Seip. Stattdessen schätzt er die Vielfalt seiner Aufgaben. Er zählt und verbucht Kollekten, bereitet Bankeinzahlungen vor, pflegt das elektronische Kirchenbuch, organisiert den Gemeindebrief und schreibt Pressemitteilungen – wenn Veranstaltungen angekündigt werden oder kurzfristig ein Gottesdienst ausfallen muss. Besonders gern übernehme er Aufgaben, bei denen Kreativität gefragt ist. „Den Gemeindebrief zusammenzustellen oder eine Pressemitteilung zu schreiben, das macht mir Spaß.“

Hinzu kommen zahlreiche organisatorische Aufgaben im Hintergrund. Der Kirchenvorstand ist sein Vorgesetzter, doch in seinem Arbeitsbereich genießt er viel Eigenverantwortung. „Ich habe ein klar abgestecktes Aufgabenfeld und große Freiheit. Das trägt sehr zum Wohlbefinden bei.“ Das Vertrauen des Kirchenvorstandes weiß er zu schätzen. „Wenn es heißt: ,Ruf du da mal an‘, dann zeigt das, dass man mir etwas zutraut“, freut sich Seip.

Der Kontakt zu den Menschen prägt seinen Arbeitsalltag. Die meisten dieser Begegnungen sind erfreulich: Taufen, Jubiläumskonfirmationen oder Fragen rund um das Gemeindeleben. Es gibt aber auch traurige Momente, wenn Angehörige nach einem Todesfall anrufen oder es um das Ablesen für Verstorbene geht. „Man begleitet Menschen von der Taufe bis zur Beerdigung“, sagt Seip. Gerade diese Nähe zu den verschiedenen Lebenssituationen empfinde er als bereichernd.

Dass er als Mann im Pfarrbüro arbeitet, fällt durchaus auf. „Ich war sowohl in Duingen als auch hier der einzige Mann in einem Pfarrbüro.“ Teilzeitstellen in der Verwaltung von Kirchengemeinden würden sonst häufig von Frauen besetzt. Für ihn selbst spielt das keine große Rolle. Entscheidend sei die gute Zusammenarbeit mit den Menschen.

Zum Pfarrbüro kam Peter Seip eher auf Umwegen: Der gebürtige Hesse absolvierte eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete unter anderem in der Buchhaltung. Als seine Frau eine Stelle als Grundschullehrerin im Raum Holzminden annahm, zog das Paar vor 19 Jahren nach Duingen.

Nach einer für ihn beruflich belastenden Zeit orientierte er sich neu. Als in Duingen eine Stelle im Pfarrbüro frei wurde, bewarb er sich – und entdeckte eine Aufgabe, die genau zu ihm passt.

Nach seiner Zeit im Duinger Pfarrbüro begann Seip auch in der Geschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins in Hildesheim zu arbeiten, kümmert sich dort bis heute unter anderem um die Mitgliederverwaltung.

Doch die Rückkehr in ein Pfarrbüro ließ nicht lange auf sich warten: Der damalige Pastor Herwart Argow rief ihn an und fragte, ob er sich eine Mitarbeit in Grünenplan vorstellen könne. Die Arbeitszeiten passten – dienstags und donnerstags – und nach einem Gespräch mit dem Kirchenvorstand begann er Ende 2022 seine neue Tätigkeit.

Mit den Veränderungen im Kirchenvorstand nach der Wahl 2024 seien in der Gemeinde, deren Pfarrstelle vakant ist, neue Aufgaben hinzugekommen, die Stundenzahl sei leicht erhöht worden, berichtet Seip.

Auch außerhalb seiner Arbeit sucht Peter Seip die Abwechslung. Er fährt mit dem E-Bike auch über den Ith bis nach Bodenwerder, geht regelmäßig schwimmen oder genießt zu jeder Jahreszeit Saunabesuche.

Jede Woche aufs Neue sorgt er aber als Gemeindesekretär mit seiner Arbeit dafür, dass das Pfarrbüro für viele Menschen mehr ist als einfach nur eine Verwaltungsstelle: die erste offene Tür zur Kirchengemeinde.

Thomas Schlenz