Alfeld/Kirchenkreis - Der Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld bekommt ein neues Gesicht: Am 6. September wird Katrin Frölich von Superintendent André Dittmann in der Alfelder St.-Nicolai-Kirche als neue Springerpastorin eingeführt. Die 60-Jährige hat sich ganz bewusst für diese halbe Springerstelle entschieden. Nach vielen Jahren Gemeindearbeit, zuletzt in Bolzum und Wehmingen in der Region Hannover, möchte sie noch einmal etwas Neues beginnen.
„Ich liebe die Abwechslung“, sagt Frölich. Das hatte sie an einer Springertätigkeit schon einmal gereizt: Gleich nach ihrem Probedienst arbeitete sie bereits mit einer halben Springerstelle im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder. Dabei lernte sie unterschiedliche Gemeinden kennen. Diese Vielseitigkeit habe ihr gefallen.
Frölich wuchs katholisch auf. Sie selbst beschreibt sich als von früher Kindheit an gläubigen Menschen: „Glaube war mir immer wichtig.“ Irgendwann habe sie begonnen, die katholische Glaubenslehre zu hinterfragen. Dabei habe sie festgestellt, dass manches für sie nicht mehr passte und konvertierte.
Von 1985 bis 1991 studierte sie evangelische Theologie in Kiel und Göttingen. Bücher allein reichen ihr nicht: „Ich möchte Glaube nicht nur theoretisch verstehen, sondern praktisch leben.“ Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liege ihr bis heute am Herzen, sagt sie.
Ihr beruflicher Weg führte Frölich nach dem Vikariat in Hameln nach Ottenstein. Dort teilte sie sich mit ihrem Mann, der ebenfalls Pastor ist, eine Stelle. Später folgte eine dreiviertel Stelle in den Kirchengemeinden Halle und Heyen, ebenfalls im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder. „Das war eine gute Zeit“, erinnert sich Frölich. Nach zehn Jahren habe sie wieder etwas anderes machen wollen. So schlossen sich acht Jahre in der Region Hannover an.
Als Springerpastorin wird sie zunächst vor allem in der Stadt Alfeld eingesetzt. Dabei seien administrative Aufgaben und die Begleitung von Kirchenvorständen ein Schwerpunkt, erklärt sie. „Ich möchte die Kirchengemeinden kennenlernen und dort helfen, wo Unterstützung gebraucht wird.“
Gemeindearbeit müsse sich weiterentwickeln und auf junge Menschen zugehen, betont die neue Springerpastorin. Sie freue sich auf viele neue Aufgaben. Eine Kita-Andacht habe sie zum Beispiel länger nicht mehr gehalten.
So viel Zeit wie möglich mit der Familie zu verbringen, gehöre für sie zu den schönsten Momenten im Leben, erzählt die Mutter von zwei Söhnen und Großmutter von fünf Enkelinnen, die mit ihrem Mann in Diekholzen lebt. Dazu arbeite sie gern im Garten, nähe, stricke und lese gerne oder fahre mit dem Fahrrad.
Eine Pastorin, die am liebsten allein vor sich hinarbeitet, sei sie nicht, im Gegenteil: Sie sehe sich vielmehr als Teil eines Teams. Deswegen freue sie sich darauf, mit den Kirchengemeinden herauszufinden, wie Kirche in Zukunft aussehen kann.