Pastor Peter Dortmund wird am 30. August in den Ruhestand verabschiedet

Nachricht Alfeld, 13. August 2026

„Seelsorger, der Beziehungen aufbaut“

Freut sich auf mehr Zeit mit dem Motorrad: Springerpastor Peter Dortmund. Foto: Thomas Schlenz

Hary - „Peter Dortmund – der Mann ist ein Arbeitstier“, erzählt man sich über den Springerpastor, der seit 2022 im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld Kirchengemeinden betreut hat, in denen Pfarrstellen vakant waren und Unterstützung gebraucht wurde.

Mit seiner Verabschiedung in den Ruhestand endet für den heute 65-Jährigen eine berufliche Reise durch einen großen Teil des südlichen Niedersachsens.

Angefangen hatte alles Ende der 1970er-Jahre in Wrisbergholzen. Als Jugendlicher besuchte Peter Dortmund Jugendzentren der kirchlichen Jugendarbeit. Geprägt habe ihn der damalige Jugendwart Erhard Rämisch, berichtet er. Die Wochenenden hätten oft über 50 Jugendliche gemeinsam verbracht, dabei über Gott und die Welt diskutiert. Für Dortmund sei das der Anstoß gewesen, Theologie zu studieren. „Aus dem Umfeld sind sicher 20 Pastorinnen und Pastoren hervorgegangen“, sagt er.

Nach dem Studium in Göttingen und dem Ersten Theologischen Examen 1986 folgte das Vikariat in Mellendorf. 1990 wurde Dortmund in Stöckheim bei Northeim ordiniert.

1999 wechselte er nach Lasfelde, Petershütte und Katzenstein bei Osterode am Harz. Dort habe er sich schnell zu Hause gefühlt. Rückblickend spricht er von einer Gemeinde, in die er „wirklich reingepasst“ habe.

Trotzdem ging es weiter: Wechsel nach zehn bis zwölf Jahren hält Dortmund für sinnvoll. Jede Pastorin, jeder Pastor bringe eigene Prägungen mit. „Neue Menschen setzen neue Impulse. Davon profitieren auch die Gemeinden“, betont er.

Ab 2011 blieb er elf Jahre lang in Hehlen bei Bodenwerder. Dort suchte er den Kontakt weit über die kirchliche Community hinaus. Weil das Feuerwehrgerätehaus direkt neben der Kirche stand, lernte der damals 51-Jährige Posaune, um im Feuerwehrmusikzug mitzuspielen. Außerdem fuhr er Motorrad, paddelte mit dem Kajak auf der Weser und war bei Festen ein gern gesehener Gast.

„Ich verstehe mich als Seelsorger, der Beziehungen aufbaut“, sagt Pastor Dortmund. Wichtig sei ihm, Kirche öffentlich sichtbar zu machen – dabei zu sein bei Vereinsjubiläen oder Feuerwehrfesten.

Gottesdienste, Seelsorge, Verwaltung, Bauprojekte, Kindergottesdienst, Musik oder Organisation: Die große Vielfalt am Pfarrberuf habe ihn gereizt. Dortmund bezeichnet sich als „Generalisten“. Auch privat zeigt sich diese Vielseitigkeit: Er verfügt über handwerkliches Geschick, spielt Gitarre, singt, ist sportlich aktiv und spielte 30 Jahre lang Fußball. Auf dem Platz habe das manchmal für kuriose Situationen gesorgt – etwa, wenn der Pastor den Gegenspieler grätschte, dessen Kind er zuvor getauft hatte.

Pastor Dortmund sieht sich vor allem als Teamplayer. Schon früh habe er mit Nachbargemeinden zusammengearbeitet, lange bevor Kooperationen zur Regel wurden.

2022 wechselte er als Springerpastor in die Kirchenregion Schellerten. Kurzfristig übernahm er zusätzlich die Betreuung der Kirchengemeinden Sibbesse, Hary und Innerstetal. In Hary wurde er sogar Vorsitzender des Kirchenvorstands – ungewöhnlich für einen Springerpastor, wie er sagt.

Am Sonntag, 30. August, um 14 Uhr wird Pastor Peter Dortmund in einem Festgottesdienst in der St. Katharinen-Kirche zu Hary von Superintendent André Dittmann in den Ruhestand verabschiedet.

Er freue sich darauf, Verantwortung abgeben zu können. Untätig werde er trotzdem nicht bleiben. „Ich kann nicht auf dem Sofa liegen“, sagt Dortmund, der mit seiner Frau über dem Pfarrhaus in Hary wohnen bleibt. Nach 36 Jahren im Pfarrdienst bleibe hoffentlich mehr Zeit für Sport, Motorradfahren, Musik und neue Hobbys. Work-Life-Balance sei eine moderne Erscheinung. Er sei zufrieden, wenn er am Ende des Tages etwas geschafft habe. Das habe ihn sein gesamtes Berufsleben über begleitet.

Thomas Schlenz