Synode empfiehlt Einführung des Kirchenkreispfarramts

Nachricht Kirchenkreis, 01. Oktober 2026

Kirchenkreis – Wie kann der Kirchenkreis Hildesheim Land-Alfeld angesichts des sich verstärkenden Mangels an Pfarrpersonen und der perspektivischen Einsparvorgaben durch die Landeskirche von vermutlich mindestens 30 Prozent bis 2035 zukunftsfähig aufgestellt bleiben?

Darum ging es in der jüngsten Sitzung der Kirchenkreissynode 24. September 2026. Als eine Antwort auf die Herausforderungen, die in der aktuellen Sitzung von Superintendentin Albrecht und Superintendent Dittmann erneut skizziert wurden, hatte die Kirchenkreissynode bereits im Dezember vergangenen Jahres eine Steuerungsgruppe eingerichtet. Diese sollte die mögliche Einführung eines Kirchenkreispfarramtes prüfen. Unter Kirchenkreispfarramt wird eine Pfarrstelle verstanden, die nicht einer einzelnen Kirchengemeinde zugeordnet ist, sondern auf der übergeordneten Ebene des Kirchenkreises angesiedelt ist.

Informationsveranstaltungen zum Kirchenkreispfarramt

Mitglieder der Steuerungsgruppe berichteten am 24. September von Informationsveranstaltungen zu dem Thema, die in bislang drei Planungsbereichen des Kirchenkreises stattgefunden hatten. In den moderierten Gesprächen seien viele Fragen und auch Ängste zu Tage getreten, die aber in einer vertrauensvollen Atmosphäre besprochen werden konnten. Weitere Gespräche in den anderen Planungsbereichen sollen folgen.

Superintendentin Franziska Albrecht hob hervor, dass man keine einheitliche Lösung von oben wolle. Vielmehr müssten sich die Planungsbereiche selbst entschließen, wie sie sich auf den Weg machen. Dabei werde der Kirchenkreis sie unterstützen.

Mehrheitlich bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen setzte die Synode die Sicherung der Kommunikation des Evangeliums im Kirchenkreis, eine gerechte, pfarramtliche Versorgung innerhalb der Planungsbereiche sowie eine gemeinsame Weiterentwicklung, um auch künftig im Ehren- und Hauptamt vor Ort sichtbar-lebendig Kirche zu sein als Ziele des Prozesses fest.

Synode empfiehlt Kirchenkreispfarramt

Dazu empfahl die Synode die Einführung des Kirchenkreispfarramtes, eine Entlastung der Ehrenamtlichen und die Einführung von Gemeindemanager:innen. Neben weiteren flankierenden Maßnahmen sollen die bereits bestehenden Planungsbereiche künftig auch inhaltliche Kooperationsräume werden, in denen die zugehörigen Kirchengemeinden für die Verteilung der Stellen, weiterer Ressourcen und Zusammenarbeit aneinander gewiesen sind.

„Nach langer Vorbereitung und Diskussionsprozessen bin ich sehr zufrieden, dass nun mit dieser deutlichen Mehrheit der Synodalen der Prozess Fahrt aufnehmen kann“, so die Vorsitzende der Kirchenkreissynode Ute Bertram.

Jahresabschluss 2025 mit Überschuss

Über den Jahresabschluss 2025 informierte der stellvertretende Leiter des Kirchenamtes, Markus Melzer. Demnach liegt das schlussbereinigte Jahresergebnis bei einem Plus in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Melzer machte deutlich, dass dieses Ergebnis vor allem auf die hohe Vakanzquote zurückzuführen ist. So machten die nicht besetzten Planstellen allein 835.000 vom Gesamtergebnis aus, rechnete er vor. Die Synode bestätigte den Jahresabschluss einstimmig.

Außerdem beschlossen die Synodalen Anpassungen der Förderungen für überregionale Veranstaltungen. Zudem sollen Fortbildungsgebühren für Lektor:innen und Prädikant:innen künftig zu 100 Prozent übernommen werden.

Felix Rinckhoff neuer stellvertretender Superintendent für den Amtsbereich Alfeld

Einen Wechsel gibt es beim stellvertretenden Superintendenten für den Amtsbereich Alfeld: Die Synodalen bestätigten Felix Rinckhoff, Pastor in Freden, als Nachfolger von Andrea Haase, die am 3. Oktober aus dem Kirchenkreis verabschiedet wird und in den Kirchenkreis Göttingen-Münden wechselt. Rinckhoff nahm die Glückwünsche von Superintendent André Dittmann und aller Anwesenden entgegen: „Es ist mir eine Ehre das Amt zu übernehmen“, sagte er.

Thomas Schlenz