Bockenem - Berührend, ruhig, tiefgehend: Manchmal sind es die leisen Töne, die überzeugen und einen besonderen Gottesdienst ausmachen. Mit einem solchen endete kürzlich unter dem Titel „Hoffnung“ in der St. Pankratius-Kirche in Bockenem die Reihe „Herztöne“, die von Superintendentin Franziska Albrecht und Kirchenkreispopkantorin Hanna Jursch gemeinsam gestaltet wurde.
Viele Besucher:innen konnten die besondere Atmosphäre in dem ins warme Abendlicht getauchten Kirchenschiff nachfühlen, als die Superintendentin darüber sprach, was Hoffnung ausmacht.
Oft stehe dieses Gefühl im Widerspruch zur täglichen Erfahrung der Menschen, doch „wer hofft hat noch nicht aufgegeben“, betonte Superintendentin Albrecht. Hoffnung zeige sich oft leise, als Erinnerung an einen schönen Morgen, als ein Lachen, das plötzlich wieder da war. Kurz: als einen guten Augenblick. Zugleich führe Hoffnung vor Augen, dass die Dunkelheit nicht das letzte Wort hat, betonte Albrecht. So ermutigte die Superintendentin die Teilnehmenden in ihren Erinnerungen solchen Momenten nachzuspüren.
Umrahmt wurden die Worte Albrechts vom mitreißenden Gesang von Hanna Jursch, die, begleitet von Mario Ehrenberg-Kempf am Keyboard, bekannte Songs wie „Somewhere over the Rainbow“ (Judy Garland), „You never walk alone“ oder „What a wonderfull world“ (Louis Armstrong) anstimmte. Mit „wonderfull world“, das Armstrong zur Zeit des Vietnamkrieges geschrieben hatte verknüpfe sich keine naive Weltsicht, aber auch nicht eine Welt, die nur Wunder ist, sondern eine wundervolle und zugleich verwundete Welt. Beides gehöre zusammen und Hoffnung halte diesen Widerspruch aus, so Albrecht.
Manchmal sei Hoffnung schon an der Seite der Menschen, obwohl man sie selbst noch gar nicht wahrgenommen habe.
Abschließend verdeutlichte die Superintendentin, dass Hoffnung geteilt werden kann, durch Gemeinschaft, die Trost spendet. „Wir können unseren Blick auf unsere Mitmenschen richten, hinsehen, zuhören und ein Stück des Weges mit ihnen gemeinsam gehen“, so Albrecht.
Jede und jeder könne etwas tun, um anderen Hoffnung zu geben: „Wir können widersprechen, wenn Menschen verachtet werden, jemanden anrufen, die oder der einsam ist, dieses „Wir“ ist wichtig, betonte die Superintendentin.
Am Ende gab es viel Applaus für den Abschluss einer besonderen Gottesdienstreihe und die Besucher:innen konnten bei Getränken und kleinen Snacks, die der Kirchenvorstand um Marion Imholz vorbereitet hatte, ins Gespräch kommen.